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Rheinpfalz vom 21.10.2008: 
 

Hier der Text:

Flach spielen - hoch gewinnen?
FrauenfuSSball: In der Bezirksklasse der Frauen geht es manchmal eher um Spaß und Zusammenhalt

NEUPOTZ (mame). Auf dem Nebenplatz spielen die Damen des FC Neupotz und der SpVgg Bad Bergzabern in der Bezirksklasse Süd. 5:1 (4:0) gewinnt die Heimmannschaft. Ein Spiel, in dem nicht alles so läuft, wie die Trainer es gerne hätten.

Siegbert Hirschel von FCN, der sein Team von Beginn an in der überlegenen Rolle wiederfindet, gibt an der Linie alles, um seine Damen zu steuern und auch zu motivieren. „Wir trainieren wie die Männer Kondition und Technik", sagt er. Zwei Einheiten je Woche stehen auf dem Programm.

Frauenfußball in Neupotz gibt es seit 40 Jahren. Gegner Bad Bergzabern hat seine Mannschaft erst zu dieser Saison angemeldet. Elisabeth Jenke, die erst 17-jährige Spielführerin, war Triebfeder: „Ich wollte unbedingt Fußball spielen und habe dann alle in meiner Stufe gefragt, ob sie nicht mitmachen würden. Dann haben wir Trainer Reiner Schmidt gefragt, ob er uns coachen will. Als er zugesagt hatte, haben wir im März mit dem Training begonnen", erzählt die Gymnasiastin.

Ein anderer Verein kommt für Jenke unter gar keinen Umständen in Frage, sie ist Bad Bergzabernerin mit Leib und Seele. Der Zusammenhalt in der Mannschaft und der Spaß stehen für sie an erster Stelle.

Bei den Neupotzerinnen ist auch Hirschel für den Spaß zuständig. „Unser Trainer ist der Beste. Er ist wie ein Papa für uns und ist immer da", lobt Stürmerin Bianca Schnorr das Engagement. Sie spielt erst seit dieser Saison in der Mannschaft, fühlt sich pudelwohl und ist begeistert von dem Zusammenhalt.

Weitere Gemeinsamkeiten finden sich in der Spielanlage der Mannschaften. Der Respekt vor dem Ball ist bei hohen Bällen immer wieder zu spüren. Kopfballduelle werden getreu dem Motto „flach spielen - hoch gewinnen" geschickt vermieden. Beim nächsten Training der Neupotzerinnen wird vielleicht auch ein wenig Regelkunde Thema sein. Da eine Spielerin nach einer Behandlung am Spielfeldrand unangemeldet zurückkehrt, folgt die Belehrung auf dem Fuß. Schiedsrichter Zöller aus Neuburg verzichtet darauf, die Gelbe Karte zu zeigen.

Die Gastgeberinnen können das Spiel überlegen gestalten. Zum 1:0 (15.) lässt der SpVgg-Torhüterin Maike Kiefer den eigentlich harmlos wirkenden Schuss von Schnorr passieren, das 2:0 (18.) resultiert aus einem unhaltbaren Wembley-Tor nach einem Weitschuss von Tamara Wünschel. „Wir sind es nicht gewohnt, auf dem Hartplatz zu spielen", wird Bergzaberns 18-jährige Torfrau, die auch beim 3:0 in der 33. Minute keine Chance hat, später sagen.

Das Tor stand sinnbildlich für vieles, was im Spiel durch Zufall entstand: Jacqueline Bouche setzte sich auf der linken Seite durch und suchte im Strafraum den Abschluss mit einem nicht wirklich gefährlichen Schuss. Der Ball sprang vor Kiefer fast im 90-Grad-Winkel unglücklich ab und landete doch im Kasten. Ein Platzfehler. Das 4:0 fiel wieder nach einem Weitschuss Wünschels (44.).

In der zweiten Spielhälfte wird Kiefer („Ich war in der ersten Halbzeit sehr nervös, da es erst mein viertes Spiel war, meine Körpergröße ist sicherlich kein Vorteil, aber die Technik wird sich durchsetzen") zunehmend sicherer und verhindert mit einigen Paraden eine höhere Niederlage. In der 48. Minute kommen die Gäste erstmals gefährlich vor das Neupotzer Tor. Nach einem Foulspiel im Strafraum zeigt Schiedsrichter Zöller, er leitet seit Jahrzehnten Frauenfußballspiele und musste noch nie einen Platzverweis aussprechen, auf den Elfmeter-Punkt. Den Strafstoß verwandelt Mona Straßer sicher. Das 5:1 fällt nach einer Bogenlampe von Manuela Brodback aus 15 Metern.

Wünschel schoss bislang noch selten zwei Tore in einem Spiel. Die 21-Jährige profitierte im Spiel gegen einen tief stehenden Gegner von ihrer guten Schusstechnik. Sie kam zum Fußball, als sie 2005 bei der Hatzenbühler Firmenmannschaft ihres Arbeitgebers mitspielte. „Dann wollte ich unbedingt in einen Verein", sagt die Industriekauffrau.

Am Ende haben beide Mannschaften 90 Minuten Spaß gehabt, die Neupotzerinnen sicher etwas mehr.


So spielten sie:

FC Neupotz: 
Müller - Krucker - Wünschel, Hoerner - Boltz (57. Walkenhorst), Brodback, Hummel, Haller, Boche - Kakoschke, Schnorr (61. Hammer)

SpVgg Bad Bergzabern: 
Kiefer - Jenke - Grehl, Sommer - Straßner, Hoffmann, Birkholz, Ziliox, Mercsanits - Sprenger, Kornberger

Tore: 1:0 Schnorr (15.), 2:0 Wünschel (18.), 3:0 Bouche (33.), 4:0 Wünschel (44.), 4:1 Straßer (48., FE), 5:1 Brodback (58.)  
Gelbe Karten: keine  
Zuschauer: 35  

Schiedsrichter: Zöller (Neuburg).

 


 

 

 

 

 
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